EMG System – myon320

Die Elektromyografie (EMG) ermöglicht die Visualisierung und Quantifizierung von Muskelaktivität. Während sich bei der Aktivierung eines Muskels ein Aktionspotential entlang einer jeden Muskelfaser bewegt, kann auf der Haut oberhalb des aktiven Muskels eine Oberflächenspannung über 2 Oberflächenelektroden (bipolar) abgeleitet werden. Dieses sensible, elektrische Signal wird anschließend durch Standardroutinen aufbereitet und steht anschließend zum Beispiel zur Analyse der motorischen Kontrolle von Bewegungen oder zur Evaluation von motorischen Lernprozessen zur Verfügung.

Im CAU Motion Lab können derzeit 6 Muskeln simultan analysiert werden. Die erfasste Aktivität kann durch die Synchronisation mit einem Bewegungsanalysesystem oder durch die Integration von Beschleunigungssensoren Ereignissen in der Bewegung zugeordnet werden.

Anwendungsbeispiel DLRG Rettungssport – Boardpaddeln

Untersuchung von Muskelaktivierungsstrategien während einer wettkampfspezifischen Belastung auf dem Paddelergometer.



Wichtige Angaben in der Methodenbeschreibung

  • Name des Systems: myon320, prophysics, CH
  • Elektroden: z. Zt. Ambu, Blue Sensor N (Ag/AgCl)
  • Aufnahmefrequenz: je nach Anwendung zwischen 100-2000Hz
  • Identifizierung der Elektrodenpositionen
  • Beschreibung der Hautpräparation
  • Überprüfung von Crosstalk
  • Datenbearbeitung
    • Welches Glättungsverfahren wurde verwendet (i.d.R. gleitender Mittelwert mit entsprechender Fensterbreite)
    • Filtern in der Regel 10-500Hz Bandpassfilterung
    • Gleichrichtung

Standards zur Anwendung wurden in den SENIAM (Surface ElectroMyoGraphy for the Non-Invasive Assessment of Muscles) Richtlinien definiert. Merletti (1999) formulierte darüber hinaus Standardangaben zur Publikation von EMG Daten.


Literatur

Basmajian, J. V., & DeLuca, C. J. (1985). Muscles alive: Their functions revealed by electromyography (5. ed.). Baltimore: Williams & Wilkins.

Freiwald, J., Baumgart, C., & Konrad, P. (2007). Einführung in die Elektromyographie: Sport – Prävention – Rehabilitation. Spitta-Fachbuchreihe Medizin. Balingen: Spitta-Verl.

Hug, F. (2011). Can muscle coordination be precisely studied by surface electromyography? Journal of Electromyography and Kinesiology, 21(1), 1–12. https://doi.org/10.1016/j.jelekin.2010.08.009

Hug, F., & Dorel, S. (2009). Electromyographic analysis of pedaling: A review. Journal of Electromyography and Kinesiology, 19(2), 182–198. https://doi.org/10.1016/j.jelekin.2007.10.010

Konrad, P. (2006). The ABC of EMG – A Practical Introduction to Kinesiological Electromyography. Noraxon: N. Scottsdale, USA. Letzter Zugriff 23.03.2020 unter https://www.noraxon.com/wp-content/uploads/2014/12/ABC-EMG-ISBN.pdf

Konrad, P. (2011). EMG-Fibel – Eine praxisorientierte Einführung in di ekinesiologische Elektromygraphie. Noraxon: N. Scottsdale, USA. Letzter Zugriff 23.03.2020 unter http://www.velamed.com/wp-content/uploads/EMG-FIBEL-V1.1.pdf

Merletti, R. (1999). Standards for Reporting EMG Data. Journal of Electromyography and Kinesiology.